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Südgeorgien

Nach zwei weiteren Seetagen und ca.1500km erreichten wir am Morgen des 14.02.2026 die King Haakon Bay an der Westküste von Südgeorgien. Die Hauptinsel der gleichnamigen Inselgruppe ist 160km lang und bis zu 30km breit. Durch die gebirgige, zerklüftete und tlw. mit Eis bedeckte Landschaft ist die Insel fast unbewohnbar. Straßen oder ähnliche Infrastruktur sucht man auf Südgeorgien vergebens. Lediglich an der Ostküste, in der ehemaligen Walfangstation Grytviken und in King Edward Point, leben im Sommer insgesamt ca. 50 Menschen. Typisch für den Sommer in Südgeorgien sind schnelle Wetterwechsel zwischen Sonne und Bewölkung mit Regenschauer.

Die Geschichte von Südgeorgien ist eng mit dem englischen Polarforscher Ernest Shackelton verbunden. Am Ende einer dramatisch gescheiterten Antarktisexpedition erreichte er mit 5 weiteren Seeleuten in einem 6,85m langen Boot die King Haakon Bay. Etwas tiefer in der Bucht liegt der Startpunkt für ihre 36 stündige Wanderung quer über die Insel zur ehemaligen Walfangstation Stromness. Von dort aus organisierte Shackelton später die Rettung aller zurückgelassenen Expeditionsteilnehmer, sogar die derjenigen, die bereits in der Antarktis zurückgelassen werden mussten.

Daher wurden neben vielen Pinguinkolonien auch Punkte besucht, die im direktem Zusammenhang mit der von Shackelton geleiteten Rettungsaktion in Verbindung stehen. Aufgrund der guten Wetterlage war es möglich die letzten Kilometer des Weges zu wandern, die er bis zur ehemaligen Walfangstation in Stromness zurückgelegt hat. Unser Besuch in Südgeorgien endete am 17.02.2026 in Grytviken. An der Grabstätte von Shackelton wurde im Rahmen einer kleinen Zeremonie ein Toast auf ihn ausgesprochen. Danach bestand die Möglichkeit die ehemalige Walfanfangstation mit den zurückgelassen Maschinen und Schiffswracks ausgiebig auf eigene Faust zu erkunden. 

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© Jürgen Ludwig